Heute in Te Deum


Dienstag · 3. März 2026

Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden;
und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
Matthäus 23,12

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)


  • Hymnus

    Schon bricht des Tages Glanz hervor.
    Voll Demut fleht zu Gott empor,
    dass, was auch diesen Tag geschieht,
    vor allem Unheil er behüt’.

    Er halte uns die Lippen rein,
    kein Hader darf uns heut entzwein.
    Er mache unser Auge frei
    und zeige, was da eitel sei.

    Ringt um des Herzens Lauterkeit!
    Legt ab des Herzens Härtigkeit!
    Des Fleisches Hoffart beugt und brecht!
    Und Trank und Speise brauchet recht.

    Auf dass, wenn dann die Sonne sinkt
    und Dunkel wieder uns umringt,
    wir ledig aller Last der Welt
    lobsingen dem im Sternenzelt.

    Lob dem, der unser Vater ist,
    und seinem Sohne Jesus Christ,
    dem Geist auch, der uns Trost verleiht,
    vordem, jetzt und in Ewigkeit.
    Jochen Klepper (1939) nach »Iam lucis orto sidere« von Ambrosius (333–397); EG 453

  • PSALM 119

    Verse 137–144

    Herr, du bist gerecht *
    und deine Entscheide sind richtig.
    Du hast deine Vorschriften erlassen in Gerechtigkeit *
    und in großer Treue.
    Der Eifer für dich verzehrt mich; *
    denn meine Gegner vergessen deine Worte.
    Deine Worte sind rein und lauter; *
    dein Knecht hat sie lieb.
    Ich bin gering und verachtet, *
    doch ich vergesse nie deine Befehle.
    Deine Gerechtigkeit bleibt ewig Gerechtigkeit, *
    deine Weisung ist Wahrheit.
    Mich trafen Not und Bedrängnis, *
    doch deine Gebote machen mich froh.
    Deine Vorschriften sind auf ewig gerecht. *
    Gib mir Einsicht, damit ich lebe.
    PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, in dir finden wir Wahrheit und Leben. Schenke uns den Eifer, für dich einzutreten, und gib uns Einsicht in dein Wort.

  • Lesung

    Matthäus 23,1–3

    Jesus wandte sich an das Volk und an seine Jünger und sprach: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.

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    Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, dich bekennen wir als unseren Herrn und Meister. Wir bitten dich:
    A: Herr, gib uns Kraft.
    – Bewahre uns vor Selbstgerechtigkeit und Heuchelei.
    – Hilf uns, dass unsere Worte und Taten übereinstimmen.
    – Mach uns bereit, die Last des Nächsten mitzutragen.

  • Vaterunser

    Wir alle haben einen Vater im Himmel, der uns durch Jesus Christus zu sich ruft. So beten wir gemeinsam: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Ich bin überzeugt, dass Gott dereinst nach dem fragen wird, dass Gott heute schon nach dem fragt, was wir sind, d.h. was wir tun, nicht nach dem Namen, den wir uns beilegen.

    Mahatma Gandhi (1869?1948; indischer Rechtsanwalt, Pazifist und Freiheitskämpfer gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit)


Segen

Gott, segne uns, dass wir als Geschwister zueinander finden.
Segne uns, dass uns dein Wort den gemeinsamen Weg zeigt.
Segne uns, dass wir dich als unseren Vater bekennen und
finden. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Treuer Gott, dein Wort stärke uns, am Bund mit dir festzuhalten.


  • Lesung

    Jesaja 1,10.16–20°

    Hört das Wort des HERRN, ihr Wortführer von Sodom! Horcht auf die Weisung unseres Gottes, Volk von Gomórra! Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen! Hört auf, Böses zu tun! Lernt, Gutes zu tun! Sucht das Recht! Schreitet ein gegen den Unterdrücker! Verschafft den Waisen Recht, streitet für die Witwen!
    Kommt doch, wir wollen miteinander rechten, spricht der HERR. Sind eure Sünden wie Scharlach, weiß wie Schnee werden sie. Sind sie rot wie Purpur, wie Wolle werden sie.
    Wenn ihr willig seid und hört, werdet ihr das Beste des Landes essen. Wenn ihr euch aber weigert und auflehnt, werdet ihr vom Schwert gefressen. Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.

    Impuls

    Das sind starke Worte, die der Prophet Jesaja hier verwendet. Gott ist bereit, die Sünden seines Volkes zu vergessen, ihre Unreinheit, ihre Sünden in Reinheit und Unschuld zu verwandeln. Dafür steht der Satz, dass die Sünden, die rot wie Scharlach sind, weiß werden wie Schnee. Weiß ist die Farbe der Reinheit und Unschuld. Gomorra ist im Buch Genesis das Bild einer sündigen Stadt und symbolisiert das ganze Volk Gottes. Ein neuer Anfang soll jetzt beginnen. Das Volk soll eines sein, das Recht tut und das für die Unterdrückten eintritt. Es könnte ein Ruf in unsere Zeit hinein sein. Ein Ruf einzutreten für die vielen Unterdrückten, Entrechteten, Flüchtlinge. Wo ist in meinem Leben Umkehr notwendig? Wo habe ich Unrecht getan? Wo gesündigt? Wo ist es an der Zeit, mir Sünden vergeben zu lassen von Gott und neu zu beginnen? Und wie kann mein Einsatz für Recht und Gerechtigkeit, für die Unterdrückten aussehen?

  • Evangelium

    Matthäus 23,1–12°

    In jener Zeit sprach Jesus zum Volk und zu seinen Jüngern und sagte: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und die Pharisäer. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach ihren Taten; denn sie reden nur, tun es aber nicht. Sie schnüren schwere und unerträgliche Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, selber aber wollen sie keinen Finger rühren, um die Lasten zu bewegen.
    Alles, was sie tun, tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, sie lieben den Ehrenplatz bei den Gastmählern und die Ehrensitze in den Synagogen und wenn man sie auf den Marktplätzen grüßt und die Leute sie Rabbi – Meister – nennen.
    Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.
    Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

    Impuls

    Wer von uns will nicht gerne gesehen werden, wer nicht gerne gut da stehen vor anderen? Die Pharisäer, die gerne von den Menschen gesehen und gegrüßt werden, die gerne bei Gastmählern die Ehrenplätze einnehmen, werden von Jesus kritisiert. Sie leben nicht das, was sie sagen und predigen, sie richten sich nicht nach ihren eigenen Lehren. Sie leben nicht authentisch, sie spielen eine Rolle, wenn sie sich bewundern lassen, sind aber in keinster Weise glaubwürdig. Weil Reden und Tun nicht zusammen gehen. Wenn Jesus sagt, dass wir nur Gott unseren Vater nennen sollen, dann stellt er damit alle religiösen Autoritäten infrage. Aus der Verbindung mit Gott heraus sollen wir leben, in ihm die Kraft finden, glaubwürdig den Weg zu gehen, den Jesus vorgelebt hat. Einen Weg, auf dem alle Menschen meine Geschwister sind, keiner höher oder niedriger als der andere, jeder Kind Gottes. Keiner hat es nötig, sich in den Vordergrund zu stellen, etwas Besseres sein zu wollen. Ein gottverbundener Mensch findet sein Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein in Gott – in seiner Liebe zu ihm. Mehr braucht es nicht.


Gebet

Gott, du vergibst uns unsere Sünden und nimmst uns in Liebe an. Aus dir heraus sollen wir leben, mit dir verbunden bleiben und den Menschen dienen. Stärke du unsere Verbundenheit mit dir und lass deine Liebe in uns immer mehr Raum gewinnen. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)


  • HYMNUS

    Herr, schicke unserer Zeit den Geist,
    der alle Menschen in dir eint,
    die Ungezählten, die nach Glück
    und Frieden suchen in der Welt.

    Gieß deinen Geist auf alle aus
    und lass das Wunder neu geschehn,
    dass alle Menschen sich verstehn
    und bauen an der einen Welt.

    Wo du bist, flammt die Liebe auf
    und drängt zum Tun, das allen hilft.
    Dein Geist beseele unser Werk
    zum Lobe deiner Herrlichkeit. Amen.
    Zeitgenössisch

  • PSALM 48

    Verse 10–15

    Über deine Huld, o Gott, denken wir nach *
    in deinem heiligen Tempel.
    Wie dein Name, Gott, /
    so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde; *
    deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.
    Der Berg Zion freue sich, *
    die Töchter Judas sollen über deine gerechten Urteile jubeln.
    Umkreist den Zion, *
    umschreitet ihn, zählt seine Türme!
    Betrachtet seine Wälle, /
    geht in seinen Palästen umher, *
    damit ihr dem kommenden Geschlecht erzählen könnt:
    »Das ist Gott, unser Gott, für immer und ewig. *
    Er wird uns führen in Ewigkeit.«
    PSALM-GEBET: Herr, unser Gott, du bist der gute Hirte, der uns führt. Gib deiner Kirche Menschen, die mitgehen und uns den Weg zeigen.

  • LESUNG

    Jesaja 1,18–19

    Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle.
    Wenn ihr bereit seid zu hören, sollt ihr den Ertrag des Landes genießen.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Der Größte von euch soll euer Diener sein.

    Magnifikat öffnen...

    Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Herr, unser Gott, du schenkst uns immer wieder einen Neuanfang. Wir bitten dich:
    A: Herr, unser Gott, erhöre uns.
    – Für alle, die Gottes Wort im Namen der Kirchen auslegen.
    – Für Menschen, die sich gegen Machtmissbrauch und Korruption wenden.
    – Für Arbeitnehmer, die nicht von ihrem eigenen Einkommen leben können.
    – Für Frauen und Männer, die in der Nachbarschaftshilfe tätig sind.

  • Vaterunser

    Gott ist ein gnädiger und verzeihender Gott, er bietet uns sein Heil an, damit wir nicht zugrunde gehen. So beten wir: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns, wenn wir Lasten tragen.
Sende uns Menschen, die uns tragen helfen.
Mache uns bereit, die Last anderer aufzunehmen.
Gehe mit uns und trage mit uns unsere Last. Amen.