Sonntag · 1. Februar 2026
4. SONNTAG IM JAHRESKREIS
LETZTER SONNTAG NACH EPIPHANIAS
Selig sind die Barmherzigen;
denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Matthäus 5,7
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)
-
Hymnus
In deiner Güte, Herr und Gott,
schufst du das Weltenwerk mit Macht,
dreifaltig in der Gottheit Licht,
gründest als Einz’ger du das All.
Nimm unsre Reue gütig an,
die sich vereint mit unserm Lob,
damit das Herz, von Sünden frei,
dich inniger verkosten darf.
Durchglühe unser Streben ganz
mit deiner Liebe Feuerbrand,
dass wir, gegürtet, immerfort
bereit für deine Ankunft sind.
Die wir die Stunden dieser Nacht nun
unterbrechen mit Gesang,
werde der Gaben Fülle einst
im ew’gen Vaterland zuteil.
Gewähr dies, milder Vater du,
und du, Einz’ger, dem Vater gleich,
zusammen mit dem Tröstergeist
herrschend in Zeit und Ewigkeit. Amen.
Nach „Summae Deus clementiae“; 6.-7. Jahrhundert -
PSALM 125
Wer auf den Herrn vertraut, steht fest wie der Zionsberg, *
der niemals wankt, der ewig bleibt.
Wie Berge Jerusalem rings umgeben, *
so ist der Herr um sein Volk, von nun an auf ewig.
Das Zepter des Frevlers
soll nicht auf dem Erbland der Gerechten lasten, *
damit die Hand der Gerechten nicht nach Unrecht greift.
Herr, tu Gutes den Guten, *
den Menschen mit redlichem Herzen!
Doch wer auf krumme Wege abbiegt, /
den jage, Herr, samt den Frevlern davon! *
Frieden über Israel!
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
PSALM-GEBET: Starker Gott, wer auf dich vertraut steht auf festem Grund. Lehre uns deine Gesetze, damit wir auf deinen Wegen gehen, und bleibe uns nahe. -
Lesung
Matthäus 5,7–10
Jesus sagte: Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Benedictus - Lobgesang des Zacharias
Antiphon:
Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.
Benedictus
Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
Denn er hat sein Volk besucht
und ihm Erlösung geschaffen;er hat uns einen starken Retter erweckt *
im Hause seines Knechtes David.So hat er verheißen von alters her *
durch den Mund seiner heiligen Propheten.Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
und aus der Hand aller, die uns hassen;er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
und an seinen heiligen Bund gedacht, *
an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
vor seinem Angesicht all unsre Tage.Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
denn du wirst dem Herrn vorangehn *
und ihm den Weg bereiten.Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
in der Vergebung der Sünden.Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes, *
und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Bitten
Gott, du zeigst uns den Weg zum Leben, wir bitten dich:
A: Komm deinem Volk zu Hilfe.
– Mach uns bereit, nach dem Vorbild deiner Liebe zu leben.
– Gib uns die Kraft, uns entgegen aller Widerstände zu dir zu bekennen.
– Hilf uns, jeden Tag neu auf dein Wort zu hören. -
Vaterunser
Gott schenkt uns seine Verheißungen. Als seine erlösten Kinder dürfen wir neu leben und voll Vertrauen zu ihm beten:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. -
Ora et labora
Entfällt sonntags.
Segen
Gott, der allmächtige Vater, segne uns.
Er mache uns offen für seine Wirklichkeit.
Er mache uns offen für die Nöte unserer Nächsten.
Er mache uns offen für sein Wirken in unserem Leben. Amen.
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Gott, dein Wort führe uns alle zusammen in dein Reich.
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1. Lesung
Zefanja 2,3; 3,12–13°
Sucht den HERRN, all ihr Gedemütigten im Land, die ihr nach dem Recht des HERRN lebt! Sucht Gerechtigkeit, sucht Demut! Vielleicht bleibt ihr geborgen am Tag des Zorns des HERRN.
Und ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk. Sie werden Zuflucht suchen beim Namen des HERRN als der Rest von Israel. Sie werden kein Unrecht mehr tun und nicht mehr lügen, in ihrem Mund findet man keine trügerische Rede mehr. Ja, sie gehen friedlich auf die Weide und niemand schreckt sie auf, wenn sie ruhen.Impuls
Das Buch des Propheten Zefania umfasst einen großen Spannungsbogen. Er geht von Weltgericht und Zerschlagung der Völker, vor allem der religiösen Oberschicht, der reichen Mächtigen, ja, dem ganzen Volk, bis hin zur noch möglichen Läuterung und Rettung. »Sammelt euch, tut euch zusammen, du Volk, das nichts erstrebt, ehe ihr zerstreut werdet«, anders gesagt: Verliert was ihr gerafft habt, findet zu einer angemessenen Demut.
Kurz nach seiner Wahl zum Papst sagte Franziskus im März 2013 programmatisch in einer Ansprache zu Medienvertretern: »Ach, wie sehr möchte ich eine arme Kirche und eine Kirche der Armen!« Bereits 1962 hatte der Gedanke von der »Kirche der Armen«, den Papst Johannes XXIII. in einer Radiobotschaft äußerte, Resonanz gefunden und Wurzeln geschlagen. Er ist eine bleibende Herausforderung. Gott will seinem Volk Reichtum und Segen geben, aber es ist wie Norbert Lohfink mahnte: »ein Reichtum, wie er nur entstehen kann, wenn Arme in ihn hingeführt werden und dabei nicht aufhören, Gerechtigkeit zu suchen, ein Leben in der Offenheit zu führen und friedlich miteinander umzugehen.« Für uns alle steht Demut an, lebensnotwenig. -
2. Lesung
1 Korinther 1,26–31°
Seht auf eure Berufung, Schwestern und Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat
Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott.
Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.
Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn; so heißt es schon in der Schrift.Impuls
Wie damals in Korinth, so kommen auch heute Menschen um der Botschaft Jesu willen in Gemeinschaften und Gemeinden zusammen. Gott hat sie und uns zusammengerufen und wir versuchen, im Glauben auf diesen Ruf zu reagieren und zu antworten. Spannungen, die dabei vorkommen, gehören dazu und verdeutlichen uns praktisch, woran wir uns denn orientieren. Aber wer um die Würde weiß, die Gott uns schenkt durch seinen Ruf, hat es nicht nötig, andere Würden anzustreben. Gründe der Selbstdarstellung, sich selbst großzumachen, sind hinfällig geworden. Jesu Wort, dem wir schon begonnen haben zu glauben, die Würde und Wertschätzung, die er uns schenkt, sprechen ganz anderes in uns an. Sie rufen anderes hervor und setzen es frei. Um dieses Andere geht es, nicht um die Regeln für Gesellschaftsspiele, egal in welcher Zeit und Form.
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Evangelium
Matthäus 5,1–12a°
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach:
Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.Impuls
Mit den Seligpreisungen beginnt im Evangelium des Matthäus die Bergpredigt (5,1–7,29), die große Grundsatzrede Jesu an die Menschen. Den vor Gott Armen wird das Reich Gottes zugesprochen. Den Hungrigen, den Trauernden, den Barmherzigen, denen die lauteren Herzens sind, den Friedensstiftern, den Verfolgten ist das Zugesagte realiter oft noch eine Verheißung. Aber schon jetzt und hier gilt, dass den Armen – biblisch sind da auch die Machtlosen und Entrechteten gemeint – das Reich Gottes jetzt schon gehört. Gottes und Jesu Zusage und Option für die Armen sind eindeutig und klar.
Für alle, die diese Seligpreisung und Zusage annehmen, wird das Auswirkungen haben auf ihr Verhalten, ob sie nun selbst unter dieser Armut zu leiden haben oder andere leiden sehen. Wer diese Zusage annimmt, tritt aus der gefühllosen Distanz hinaus, tritt mitfühlend und teilnehmend in den Lebensraum der Nähe ein und lebt auf Gottes Verheißungen hin, was jetzt möglich ist zu leben.
Gebet
Heute hören wir dich zu uns sprechen, lebendiger Gott, durch das Wort der Heiligen Schrift und durch den Tag hindurch, den du uns anvertraust. Stärke in uns das Vertrauen in dich und deine Zusage. Stärke in uns das Zutrauen zu dem, was wir heute im Glauben an dich davon leben können. Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)
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HYMNUS
Wunderbarer Gnadenthron,
Gottes und Marien Sohn,
Gott und Mensch, ein kleines Kind,
das man in der Krippen findt,
großer Held von Ewigkeit,
dessen Macht und Herrlichkeit
rühmt die ganze Christenheit:
Du bist arm und machst zugleich
uns an Leib und Seele reich.
Du wirst klein, du großer Gott,
und machst Höll und Tod zu Spott.
Aller Welt wird offenbar,
ja auch deiner Feinde Schar,
dass du, Gott, bist wunderbar.
Lass mir deine Güt und Treu
täglich werden immer neu.
Gott, mein Gott, verlass mich nicht,
wenn mich Not und Tod anficht.
Lass mich deine Herrlichkeit,
deine Wundergütigkeit
schauen in der Ewigkeit.
Johann Olearius (1665); EG 38 · EST 333 -
PSALM 89
Verse 2–9.12–15
Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen, *
bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden.
Denn ich bekenne: Deine Huld besteht für immer und ewig; *
deine Treue steht fest im Himmel.
»Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten *
und David, meinem Knecht, geschworen:
Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand, *
und von Geschlecht zu Geschlecht
richte ich deinen Thron auf.«
Die Himmel preisen, Herr, deine Wunder *
und die Gemeinde der Heiligen deine Treue.
Denn wer über den Wolken ist wie der Herr, *
wer von den Göttern ist dem Herrn gleich?
Gewaltig ist Gott im Rat der Heiligen, *
für alle rings um ihn her ist er groß und furchtbar.
Herr, Gott der Heere, wer ist wie du? *
Mächtig bist du, Herr, und von Treue umgeben.
Dein ist der Himmel, dein auch die Erde; *
den Erdkreis und was ihn erfüllt hast du gegründet.
Nord und Süd hast du geschaffen, *
Tabor und Hermon jauchzen bei deinem Namen.
Dein Arm ist voll Kraft, *
deine Hand ist stark, deine Rechte hoch erhoben.
Recht und Gerechtigkeit sind die Stützen deines Thrones, *
Huld und Treue schreiten vor deinem Antlitz her.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
PSALM-GEBET: Treuer Gott, in deinem Sohn hast du deinen Bund mit uns geschlossen. Erweise an uns deine Macht und deine Liebe. -
LESUNG
Zefanja 2,3
Sucht den Herrn, ihr Gedemütigten im Land, die ihr nach dem Recht des Herrn lebt. Sucht Gerechtigkeit, sucht Demut! Vielleicht bleibt ihr geborgen am Tag des Zornes des Herrn.
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Magnifikat – Lobgesang Mariens
Antiphon:
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden.
Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.
Magnifikat
Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)
Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
und sein Name ist heilig.Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
über alle, die ihn fürchten.Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;er stürzt die Mächtigen vom Thron *
und erhöht die Niedrigen.Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
und lässt die Reichen leer ausgehn.Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
und denkt an sein Erbarmen,das er unsern Vätern verheißen hat, *
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Fürbitten
Herr Jesus Christus, du bist gekommen, um uns einen Weg ins Leben zu zeigen. Wir bitten dich:
A: Herr, erbarme dich.
– Stärke deine Kirche, dass sie Gottes Wort mutig verkündigt und es in Treue lebt.
– Begleite den Einsatz der Politiker für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt.
– Segne jene, deren Wort in der Öffentlichkeit gehört wird, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden.
– Steh allen bei, die ohne Hoffnung und Freude leben, dass sie ihr Leben als dein Geschenk erfahren.
Fügen Sie hier und bei den Fürbitten an allen weiteren Tagen Ihre ganz persönlichen Anliegen ein und nehmen Sie aktuelle Krisen mit ins Gebet. -
Vaterunser
Die ganze Schöpfung ist voller Lob für Gottes Liebe. Mit unserem Gebet stimmen auch wir ein und beten mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott, unser liebender Vater, segne uns.
Er gebe uns die Erkenntnis unserer Würde als seine Kinder.
Er erfülle uns mit seinem Geist,
damit wir als seine Kinder leben.
Er vollende uns in der Heimat bei ihm unserem Vater. Amen.