Dienstag · 13. Okiober 2026
Ihr Narren, hat nicht der,
der das Äußere geschaffen hat,
auch das Innere geschaffen?
Lukas 11,40
Madeleine Delbrêl (1904–1964) hatte einen künstlerisch-schriftstellerisch begabten, antiklerikal-liberal eingestellten Vater. Beeinflusst von dessen Freunden, bekannte sie sich mit 16 Jahren zum Atheismus. Mit dem christlichen Glauben kam sie durch ihren Verlobten in Berührung. Als er seiner Berufung in den Dominikanerorden folgte, erkrankte sie schwer und begann zu beten. Sie wollte in den Karmel eintreten, blieb aber bei ihrem erblindeten Vater. Sie engagierte sich bei den Pfadfindern und wurde Sozialarbeiterin. Mit zwei Gefährtinnen gründete sie in einer Pariser Vorstadt eine Caritasgruppe. Sie arbeitete mit den Kommunisten zusammen. Mit ihren Gefährtinnen setzte sie ganz auf das Doppelgebot der Liebe in einem kontemplativen Leben inmitten der Stadt unter Verzicht auf jede Ordensregel, Gelübde und Klausur. Als Leiterin der Sozialdienste der ganzen Region Ivry sorgte sie während des 2. Weltkriegs für Evakuierte, von Verhaftung Bedrohte und versprengte Familien. Nach dem Krieg stand sie der Arbeiterpriesterbewegung »Mission de France« nahe, ohne sich formell ihr anzuschließen. Als diese von Rom verboten wurde, setzte sie sich in Rom für die Wiederzulassung ein. Von Bischöfen wurde sie um Rat gefragt. Vom Tod nahestehender Menschen getroffen, wurde sie krank und starb mit 60 Jahren. »Man kann nicht mehr so leben, als ob es Gott nicht gäbe. Wer Gott umarmt, findet in seinen Armen die Welt, und wer in seinem Herzen das Gewicht Gottes aufnimmt, empfängt auch das Gewicht der Welt.«
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)
-
Hymnus
Göttliches Wort, der Gottheit Schrein,
führ uns in dein Geheimnis ein.
Brennender Dornbusch, der nicht verbrennt,
nenn uns den Namen, den niemand kennt.
Wolkensäule voll Herrlichkeit,
geh uns voran im Dunkel der Zeit.
Schlüssel Davids, der öffnet und schließt,
weis uns die Quelle, die immer fließt.
Logos, Wort und Antwort zugleich,
erschließe uns das Gottesreich.
Zeitgenössisch, Monastisches Stundenbuch -
PSALM 24
Verse 1–6
Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, *
der Erdkreis und seine Bewohner.
Denn er hat ihn auf Meere gegründet, *
ihn über Strömen befestigt.
Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, *
wer darf stehn an seiner heiligen Stätte?
Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, *
der nicht betrügt und keinen Meineid schwört.
Er wird Segen empfangen vom Herrn *
und Heil von Gott, seinem Helfer.
Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, *
die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.
PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, vergib uns unsere Schuld, damit wir zu dir kommen und rein vor dir stehen können. -
Lesung
Lukas 11,39–41
Der Herr sagte zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit. Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.
Benedictus - Lobgesang des Zacharias
Antiphon:
Das aufstrahlende Licht aus der Höhe wird unsre Schritte lenken auf den Weg des Friedens.
Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.
Benedictus
Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
Denn er hat sein Volk besucht
und ihm Erlösung geschaffen;er hat uns einen starken Retter erweckt *
im Hause seines Knechtes David.So hat er verheißen von alters her *
durch den Mund seiner heiligen Propheten.Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
und aus der Hand aller, die uns hassen;er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
und an seinen heiligen Bund gedacht, *
an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
vor seinem Angesicht all unsre Tage.Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
denn du wirst dem Herrn vorangehn *
und ihm den Weg bereiten.Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
in der Vergebung der Sünden.Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes, *
und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Bitten
Gott, unser Vater, du hast uns in der Taufe zu neuem Leben geboren. Wir bitten dich:
A: Gott, sei du unsere Hilfe.
– Öffne unser Herz für alle, die unsere Hilfe brauchen.
– Berühre unser Herz, dass wir nie die Armen vergessen.
– Lehre uns, das Wesentliche und Wichtige zu erkennen. -
Vaterunser
Gott will uns die Sünden vergeben und mit seiner Gemeinschaft beschenken. Wir glauben seiner Verheißung und beten: Vater unser im Himmel …
-
Ora et labora
Im Unterschied zu allen anderen Gütern dieser Welt kann man die Freiheit nur haben, indem man sie anderen schenkt.
Theo Kobusch (* 1948; Philosoph und Philosophiehistoriker)
Segen
Gott, reinige uns von allem Bösen.
Mach uns frei von allem, was uns von dir trennt.
Halte fern von uns, was uns verwirrt und ratlos macht.
Segne uns mit deiner Nähe, die uns Kraft zum Guten gibt.
Amen.
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Gott, dein Wort wecke in uns den Glauben, der sich in der Liebe wirksam zeigt.
-
Lesung
Galater 5,1–6°
Schwestern und Brüder! Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Steht daher fest und lasst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen! Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird Christus euch nichts nützen.
Ich bezeuge wiederum jedem Menschen, der sich beschneiden lässt: Er ist verpflichtet, das ganze Gesetz zu halten. Ihr, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, seid von Christus getrennt; ihr seid aus der Gnade herausgefallen.
Denn wir erwarten im Geist aus dem Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit. Denn in Christus Jesus vermag weder die Beschneidung noch die Unbeschnittenheit etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirkt.Impuls
»Glaube, der durch die Liebe wirkt«. Wie kann dieser Glaube authentisch gelebt und weitergegeben werden? Die Frage steht im Raum, drängender denn je. In einer visionären Weitsicht sprach der im Widerstand vor 80 Jahren ermordete Jesuitenpater Alfred Delp, dessen Verfahren zur Seligsprechung in diesem Jahr eingeleitet wurde, den bekannten Satz: »Es wird kein Mensch an die Botschaft vom Heil und vom Heiland glauben, so lange wir uns nicht blutig geschunden haben im Dienste des physisch, sozial, wirtschaftlich, sittlich oder sonst wie kranken Menschen.« Der Apostel Paulus fragt nach dem Glauben, der durch die Liebe wirkt. Pater Delp fragt nach meinem konkreten Einsatz für die leidenden Menschen. Die Antwort muss persönlich sein und aus dem Herzen kommen.
-
Evangelium
Lukas 11,37–41°
In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus ein, bei ihm zu essen. Jesus ging zu ihm und begab sich zu Tisch. Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert.
Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raffsucht und Bosheit. Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen?
Gebt lieber als Almosen, was ihr habt; und siehe, alles ist für euch rein.Impuls
Dass Jesus bei dem erlesenen Gastmahl nicht die Hände wäscht, ist für die Pharisäer Grund zur Empörung. Jesus setzt sich über die gültigen Reinheitsvorschriften hinweg, provoziert die Gäste und erlaubt sich überdies, dem Hausherrn eine Lehre zu erteilen. Für Gott muss das Innere und Äußere zusammenstimmen. Heute nennt man dies Authentizität und wo diese fehlt, wird der ganze Mensch unglaubwürdig. Sich zu reinigen und gleichzeitig Distanz zu den Armen pflegen, ist ein Widerspruch, den es gilt aufzulösen. »Gebt lieber ein Almosen, das ihr habt und siehe, alles ist für euch rein.« In den Armen begegne ich Gott dem Vater.
Gebet
Gott, liebender Vater, in der Begegnung mit den Armen begegnen wir dir. Mit ihren Augen schaust du uns an. Hilf uns, dass wir nicht durch äußere Gesetze den Blick auf den inneren Schmerz verdecken. Nimm uns an, so wie wir sind und schenke uns deine Liebe. Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)
-
HYMNUS
Nichts soll dich ängstigen,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht,
nur Gott bleibt derselbe.
Lebt Gott in dir,
was brauchst du noch weiter?
Gott allein genügt.
Teresa von Ávila -
PSALM 17
Verse 1–7
Höre, Herr, die gerechte Sache, /
achte auf mein Flehen, *
vernimm mein Gebet von Lippen ohne Falsch!
Von deinem Angesicht ergehe mein Urteil; *
denn deine Augen sehen, was recht ist.
Prüfst du mein Herz, /
suchst du mich heim in der Nacht und erprobst mich, *
dann findest du an mir kein Unrecht.
Mein Mund verging sich nicht, /
trotz allem, was die Menschen auch treiben; *
ich halte mich an das Wort deiner Lippen.
Auf dem Weg deiner Gebote gehn meine Schritte, *
meine Füße wanken nicht auf deinen Pfaden.
Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich. *
Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!
Wunderbar erweise deine Huld! /
Du rettest alle, *
die sich an deiner Rechten vor den Feinden bergen.
PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, gib uns die Kraft, zu uns in unserer Schwäche zu stehen, und führe uns in deiner Kraft auf dem rechten Weg. -
LESUNG
Galater 5,5–6
Wir erwarten die erhoffte Gerechtigkeit kraft des Geistes und aufgrund des Glaubens. Denn in Christus Jesus kommt es nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf, den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist.
-
Magnifikat – Lobgesang Mariens
Antiphon:
Der Herr denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.
Magnifikat
Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)
Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
und sein Name ist heilig.Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
über alle, die ihn fürchten.Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;er stürzt die Mächtigen vom Thron *
und erhöht die Niedrigen.Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
und lässt die Reichen leer ausgehn.Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
und denkt an sein Erbarmen,das er unsern Vätern verheißen hat, *
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Fürbitten
Gott, Schöpfer der Welt, du offenbarst deine Macht und Weisheit. Wir bitten dich:
A: Gott, höre auf die Bitten deines Volkes.
– Für die Arbeit in den Theologischen Fakultäten und Kirchlichen Hochschulen.
– Für die ehrenamtlichen Besuchsdienste in Altenheimen und Hospizen.
– Für Pädagogen und Sozialarbeiter, die mit gefährdeten Jugendlichen arbeiten.
– Für Menschen, deren Leben durch psychische Erkrankung belastet ist. -
Vaterunser
In Jesus Christus will uns Gott alles schenken. Mit Jesu Worten wollen wir daher zum Vater beten: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott, unser Vater, du hast uns Jesus Christus geschickt
als unseren Retter und Erlöser.
Hilf uns zu erkennen, dass er die Mitte unseres Lebens ist
und sich an ihm alles entscheidet.
Mach uns bereit, uns ihm anzuvertrauen
und von ihm alles zu erwarten.
Lass ihn für uns zum Segen werden,
der unser Leben erleuchtet und vollendet. Amen.