Montag · 15. Dezember 2025
Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen
und ein Zepter aus Israel aufkommen.
Numeri 24,17b
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)
-
Hymnus
Wohl kenne ich den Quell, der rinnt und fließet,
wenn es auch Nacht ist.
Verborgen ist dem Blick die ewge Quelle,
doch weiß ich wohl zu finden ihre Stelle,
wenn es auch Nacht ist.
Ich weiß, nicht Ursprung hat sie je genommen,
doch aller Ursprung ist aus ihr gekommen,
wenn es auch Nacht ist.
Niemals hat ihre Klarheit sich verdunkelt,
und alles Licht weiß ich aus ihr entfunkelt,
wenn es auch Nacht ist.
Verborgen rinnt der Quell, auf dass wir leben,
in dem lebend’gen Brot, das uns gegeben,
wenn es auch Nacht ist.
Ersehnter Quell, dich such’ ich nicht vergebens,
ich schaue dich in diesem Brot des Lebens,
auch wenn es Nacht ist.
Johannes vom Kreuz -
CANTICUM
Ezechiel 36,24–28
Ich hole euch heraus aus den Völkern, /
ich sammle euch aus allen Ländern *
und bringe euch in euer Land.
Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. *
Ich reinige euch von aller Unreinheit und von allen euren
Götzen.
Ich schenke euch ein neues Herz *
und lege einen neuen Geist in euch.
Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust *
und gebe euch ein Herz von Fleisch.
Ich lege meinen Geist in euch /
und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt *
und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt.
Dann werdet ihr in dem Land wohnen, *
das ich euren Vätern gab.
Ihr werdet mein Volk sein *
und ich werde euer Gott sein.
CANTICUM-GEBET: Gott, du unser Schöpfer, mache uns neu. Schenke uns ein neues Herz, damit wir deinen Geboten folgen. -
Lesung
Matthäus 21,23
Als Jesus in den Tempel ging und dort lehrte, kamen die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm und fragten: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir dazu die Vollmacht gegeben?
Benedictus - Lobgesang des Zacharias
Antiphon:
Die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes fragten Jesus: Mit welchem Recht tust du das alles?
Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.
Benedictus
Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
Denn er hat sein Volk besucht
und ihm Erlösung geschaffen;er hat uns einen starken Retter erweckt *
im Hause seines Knechtes David.So hat er verheißen von alters her *
durch den Mund seiner heiligen Propheten.Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
und aus der Hand aller, die uns hassen;er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
und an seinen heiligen Bund gedacht, *
an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
vor seinem Angesicht all unsre Tage.Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
denn du wirst dem Herrn vorangehn *
und ihm den Weg bereiten.Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
in der Vergebung der Sünden.Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes, *
und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Bitten
Jesus Christus, Sohn des Vaters, dich bitten wir voll Hoffnung und Vertrauen:
A: Herr, sei du unsere Hilfe.
– Mach uns bereit, offen und vorbehaltlos nach dir zu fragen.
– Hilf uns, unseren Glauben und unsere Zweifel offen zu bekennen.
– Stärke unseren Glauben an dich. -
Vaterunser
Jesus Christus ist von Gott gekommen, um uns zu Gott zu führen. Ihm können wir uns anvertrauen und mit seinen Worten beten: Vater unser im Himmel …
-
Ora et labora
Sensibilisieren Sie sich und Ihre Gesprächspartner dafür, dass es nicht ums Rechthaben geht. Streben Sie nach einem Konsens oder einem Erkenntnisgewinn. Dazu gehört, sein Gegenüber wirklich verstehen zu wollen und keine üblen Absichten zu unterstellen.
Silke Grosse-Hornke (Unternehmensberaterin)
Segen
Gott, segne uns mit der Offenheit zu fragen und zu suchen.
Segne uns mit dem Mut, Widersprüchen zu trotzen.
Segne uns mit der Bereitschaft, Neues anzunehmen.
Segne uns mit deinem Geist, damit wir den Glauben leben.
Amen.
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Herr, dein Wort öffne unsere Augen für deine Herrlichkeit.
-
Lesung
Numeri 24,2–7.15–17a°
In jenen Tagen, als Bíleam aufblickte, sah er Israel im Lager, nach Stämmen geordnet. Da kam der Geist Gottes über ihn, er begann mit seinem Orakelspruch und sagte:
Spruch Bíleams, des Sohnes Béors, Spruch des Mannes mit geöffnetem Auge, Spruch dessen, der Gottesworte hört, der eine Vision des Allmächtigen sieht, der niedersinkt mit entschleierten Augen:
Jakob, wie schön sind deine Zelte, deine Wohnungen, Israel! Wie Bachtäler ziehen sie sich hin, wie Gärten an einem Strom, wie Aloebäume, vom HERRN gepflanzt, wie Zedern am Wasser. Von seinen Schöpfeimern rinnt das Wasser, reichlich Wasser hat seine Saat. Sein König möge Ágag überlegen sein und seine Königsherrschaft sich erheben.
Und er begann mit seinem Orakelspruch und sagte:
Spruch Bíleams, des Sohnes Béors, Spruch des Mannes mit geöffnetem Auge, Spruch dessen, der Gottesworte hört und die Kunde des Höchsten kennt, der eine Vision des Allmächtigen sieht, der niedersinkt mit entschleierten Augen:
Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, ich erblicke ihn, aber nicht in der Nähe: Ein Stern geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel.Impuls
Um die Sterne am Himmel zu beobachten, muss es vollkommen dunkel sein. In absoluter Finsternis suchen Astronomen den Himmel ab. Erst der Blick, der nicht abgelenkt wird und direkt in die Tiefen des Himmels hineinschaut, vermag die Fülle der Sterne und die Wunder des Sternenhimmels zu entdecken. Die großen Sternwarten haben Mühe, sich vor dem Licht, hinter dem der Sternenhimmel verschwindet, zu schützen. Bileam, der Prophet mit den geöffneten Augen, würde die Sorge der heutigen Astronomen nachvollziehen. Seine geöffneten Augen konnten sehen, was Gott ihm zeigte, weil er sich gegen die Befehle eines Königs und Kriegsherren gewehrt hat. Er wehrte sich gegen die Einflüsterungen, die ihn von Gottes Botschaft abgelenkt haben, so wie die Astronomen gegen die Lichtverschmutzung. Unabhängig von allen Versprechungen konzentrierte er sich auf das, was er am Sternenhimmel sah, und konnte das deuten, was er entdeckt hat. Er sah den Stern, der über Jakob aufgeht. Den sahen auch die Weisen aus dem Morgenland. Mit geöffneten Augen für den Himmel, ohne Furcht vor König Herodes und mit Achtsamkeit für Gottes Wort folgten sie ihrem Stern nach Bethlehem und entdecken, dass der Stern von Jakob und König der Juden ein kleines Kind auf dem Schoß seiner Mutter ist. Wer heute Jakobs Stern sehen will, muss wie Bileam und die Weisen die Dunkelheit in Kauf nehmen, braucht seine geöffneten Augen, muss mutig anschauen, was man zuvor noch nicht erblickt hat, und darf sich nicht vor den Mächtigen fürchten.
-
Evangelium
Matthäus 21,23–27°
In jener Zeit, als Jesus in den Tempel ging und dort lehrte, kamen die Hohepriester und die Ältesten des Volkes zu ihm und fragten: In welcher Vollmacht tust du das und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch ich will euch eine Frage stellen. Wenn ihr mir darauf antwortet, dann werde ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich das tue. Woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von den Menschen? Da überlegten sie und sagten zueinander: Wenn wir antworten: Vom Himmel!, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? Wenn wir aber antworten: Von den Menschen!, dann müssen wir uns vor den Leuten fürchten; denn alle halten Johannes für einen Propheten. Darum antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht.
Da erwiderte er: Dann sage auch ich euch nicht, in welcher Vollmacht ich das tue.Impuls
Jesus erteilt nicht nur seinen Gegnern eine Lehre, sondern zeigt auch uns, wie man sich nicht in die Defensive drängen lässt. Hier geht es um Jesu Vollmacht, die für alle sichtbar wurde, als er im Tempel aufgeräumt hat und einen Feigenbaum verdorren ließ. Für uns, die das Evangelium lesen, ist Jesu Vollmacht unzweifelhaft. Jesus ist der Christus, mit dem Gott diese Welt erlöst. Dazu benötigen wir nicht die Nachfrage der Ältesten. Aber Jesu Lektion für die Hohepriester kann auch in einer Zeit hilfreich sein, in der mit halben Wahrheiten und Unterstellungen, mit Provokationen und verächtlichen Kommentaren das Zusammenleben zerstört werden soll. Jesus lässt sich nicht darauf ein, mit seiner Antwort eine Empörungsspirale in Gang zu setzen. Er weicht dem Hass aus, der aus der Frage nach seiner Vollmacht klingt. Er lenkt die Aufmerksamkeit vielmehr auf das eigentliche Feld der Auseinandersetzung. Es geht mit der Frage nach der Vollmacht Jesu darum, wie Gott sich den Menschen zuwendet. Indem er sich nicht provozieren lässt und seine Gegner dazu zwingt, ihre eigene Argumentation und ihr dahinterliegendes Motiv einzugestehen, entwaffnet er seine Gegner. Es kann sich im heutigen Streit um die Wahrheit lohnen, von Jesus zu lernen.
Gebet
Jesus, du Stern von Bethlehem. Du Licht vom Licht. Dein Strahlen dringt bis in unsere Finsternis hinein. Wärme mit deinem Licht diese kalte Welt, in der Feindschaft und Hass herrschen. Leuchte hinein in unsere Finsternis und mache unser Leben hell. Entzünde in uns dein Licht und verwandle in diesen Tagen des Advents diese Welt mit deinem Licht. Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)
-
HYMNUS
O Wort, durch das die Welt entstand,
gezeugt vor aller Ewigkeit,
du kamst als Mensch in diese Welt
in Finsternis und Dunkelheit.
Zünd an dein Licht in unserer Brust,
die dunklen Schatten treibe fort,
mach neu dein Volk und diese Welt
durch deiner frohen Botschaft Wort.
Und lenke aufwärts unseren Schritt
dem Ziel entgegen, wenn du einst
als Richter unserer Erdenwelt
in Herrlichkeit und Glanz erscheinst.
Dann lass, o Herr, in deinem Reich
dem Vater Lob und Dank uns weihn;
und lass im Heilgen Geist mit dir
in Freude uns versammelt sein.
Deutsches Hymnar -
CANTICUM
1 Korinther 1,22–30
Die Juden fordern Zeichen, /
die Griechen suchen Weisheit. *
Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten:
für Juden ein empörendes Ärgernis, *
für Heiden eine Torheit,
für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, *
Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.
Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen *
und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.
Seht doch auf eure Berufung, Brüder!
Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, *
nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme,
sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, *
um die Weisen zuschanden zu machen,
und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, *
um das Starke zuschanden zu machen.
Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott
erwählt: /
das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, *
damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott.
Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, /
den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, *
zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.
CANTICUM-GEBET: Starker Gott, wir sind schwache Zeugen deiner Botschaft. Komm uns mit deinem Geist zu Hilfe, sodass sich deine Kraft an uns mächtig erweist. -
LESUNG
Numeri 24,15b–17b
Spruch Bileams, des Sohnes Beors, Spruch des Mannes mit geschlossenem Auge, Spruch dessen, der Gottesworte hört, der die Gedanken des Höchsten kennt, der eine Vision des Allmächtigen sieht, der daliegt mit entschleierten Augen: Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, ich erblicke ihn, aber nicht in der Nähe: Ein Stern geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel.
-
Magnifikat – Lobgesang Mariens
Antiphon:
Jesus sagte: Wenn ihr mir auf meine Frage antwortet, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue.
Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.
Magnifikat
Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)
Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
und sein Name ist heilig.Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
über alle, die ihn fürchten.Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;er stürzt die Mächtigen vom Thron *
und erhöht die Niedrigen.Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
und lässt die Reichen leer ausgehn.Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
und denkt an sein Erbarmen,das er unsern Vätern verheißen hat, *
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Fürbitten
Gott, du bist unsere Hoffnung und unsere Zuflucht. Wir flehen dich an:
A: Gott, stehe ihnen bei.
– Zeige du Wege des Friedens für das jüdische Volk und seine Nachbarländer.
– Für die Flüchtlinge, die versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen.
– Für die Soldaten in den Kriegsgebieten weltweit.
– Für alle Menschen, die nur mit Angst in die Zukunft blicken. -
Vaterunser
Gott erfüllt, was er von Anfang an verheißen hat. Wir können ihm vertrauen und beten: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott, segne uns, indem du dein Volk sammelst
und es zur Einheit um dich zusammenführst.
Segne uns, indem du in unserer Mitte bist
und dein Licht für die Welt unter uns aufgeht.
Segne uns, indem du uns deine Gaben schenkst
und in uns die Freude über dich weckst. Amen.