Montag · 19. Januar 2026
Wie können die Hochzeitsgäste fasten,
während der Bräutigam bei ihnen ist?
Markus 2,19b
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)
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Hymnus
Seht, wie die Schatten dunkler Nacht verblassen:
Rötliches Leuchten strahlt am frühen Himmel.
Bitten wir innig mit vereinter Stimme
Gott, den Allmächt’gen!
Dass er sich unser liebevoll erbarme,
Heil uns gewähre, unsre Trägheit banne
und uns als Vater einst in Güte schenke
himmlisches Erbe.
Lob sei dem Vater auf dem höchsten Throne,
Lob sei dem Sohne, Gott aus Gott geboren,
Lob sei dem Geiste, der von beiden ausgeht,
immer und ewig. Amen.
Nach »Ecce iam noctis tenuatur umbra« (karolingisch), Stundenbuch -
PSALM 122
Ich freute mich, als man mir sagte: *
»Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.«
Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem: /
Jerusalem, du starke Stadt, *
dicht gebaut und fest gefügt.
Dorthin ziehen die Stämme hinauf,
die Stämme des Herrn, /
wie es Israel geboten ist, *
den Namen des Herrn zu preisen.
Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht, *
die Throne des Hauses David.
Erbittet für Jerusalem Frieden! *
Wer dich liebt, sei in dir geborgen.
Friede wohne in deinen Mauern, *
in deinen Häusern Geborgenheit.
Wegen meiner Brüder und Freunde *
will ich sagen: In dir sei Friede.
Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes, *
will ich dir Glück erflehen.
PSALM-GEBET: Treuer Gott, du bist in unserer Mitte. Mach uns zu deinem heiligen Volk und vollende uns in deiner Herrlichkeit. -
Lesung
Markus 2,18b–20
Leute kamen zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten.
Benedictus - Lobgesang des Zacharias
Antiphon:
Der Herr hat an seinen heiligen Bund gedacht, an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat.
Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.
Benedictus
Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
Denn er hat sein Volk besucht
und ihm Erlösung geschaffen;er hat uns einen starken Retter erweckt *
im Hause seines Knechtes David.So hat er verheißen von alters her *
durch den Mund seiner heiligen Propheten.Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
und aus der Hand aller, die uns hassen;er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
und an seinen heiligen Bund gedacht, *
an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
vor seinem Angesicht all unsre Tage.Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
denn du wirst dem Herrn vorangehn *
und ihm den Weg bereiten.Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
in der Vergebung der Sünden.Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes, *
und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Bitten
Jesus Christus, du lädst uns ein zum himmlischen Hochzeitsmahl. Dankbar kommen wir zu dir:
A: Herr, sende uns deinen Geist.
– Gib uns Einsicht in das, was heute für uns dran ist.
– Mach uns fähig, Altes und Neues miteinander zu verbinden.
– Lass uns auch vor harten Forderungen nicht zurückschrecken. -
Vaterunser
Als Ebenbilder und Kinder Gottes sind wir berufen, Gott ähnlich zu werden. Wir beten zu Gott als unserem Vater: Vater unser im Himmel …
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Ora et labora
Fasten zielt nicht nur daraufhin, dass man ernstlich nach dem Willen Gottes fragt, sondern darauf, dass man frei wird zur inneren Übereinstimmung mit den Intentionen Gottes und zum Zusammenwirken mit Gott.
Adolf Exeler (1926–1983; Katholischer Pastoraltheologe)
Segen
Gott segne uns mit der Freude über seine Schöpfung.
Er segne uns mit der Freude über das, was er uns schenkt.
Er segne uns mit der Freude über das Neue,
das er durch Jesus Christus in uns wachsen lässt. Amen.
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Barmherziger Gott, lehre uns Gehorsam gegenüber deinem Wort.
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Lesung
1 Samuel 15,16–23°
In jenen Tagen sagte Sámuel zu Saul: Ich will dir verkünden, was der HERR mir heute Nacht gesagt hat. Saul antwortete: Sprich! Sámuel sagte: Bist du nicht, obwohl du dir gering vorkommst, das Haupt der Stämme Israels? Der HERR hat dich zum König von Israel gesalbt. Dann hat dich der HERR auf den Weg geschickt und gesagt: Geh und vollziehe an den Übeltätern, an den Amalekítern, den Bann; kämpfe gegen sie, bis du sie vernichtet hast! Warum hast du nicht auf die Stimme des HERRN gehört, sondern hast dich auf die Beute gestürzt und getan, was dem HERRN missfällt?
Saul erwiderte Sámuel: Ich habe doch auf die Stimme des HERRN gehört; ich bin den Weg gegangen, auf den der HERR mich geschickt hat; ich habe Ágag, den König von Ámalek, hergebracht und an den Amalekítern den Bann vollzogen. Aber das Volk hat von der Beute einige Schafe und Rinder genommen, das Beste vom Banngut, um es dem HERRN, deinem Gott, in Gilgal zu opfern.
Sámuel aber sagte: Hat der HERR an Brandopfern und Schlachtopfern das gleiche Gefallen wie am Gehorsam gegenüber der Stimme des HERRN? Wahrhaftig, Gehorsam ist besser als Opfer, Hinhören besser als das Fett von Widdern. Denn wie Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit, wie Frevel mit Götzenbildern ist Auflehnung. Weil du das Wort des HERRN verworfen hast, verwirft er dich als König.Impuls
Es gibt Stellen in der Bibel, die bereiten Schwierigkeiten. Manche können sogar als ärgerlich empfunden werden. Diese Stelle gehört sicher dazu. Der Kampf der Israeliten gegen die Amalekiter wird als Vernichtungskrieg dargestellt. Das wäre schon befremdlich genug. Doch das eigentlich Anstößige besteht darin, dass dieser Krieg im göttlichen Auftrag geführt wird. Eine solche Begründung für einen Krieg können wir heute zu Recht nicht mehr nachvollziehen. Ein Mensch des Alten Orients hat sich dagegen bei solchen Aussagen nichts Böses gedacht. Für ihn war es unstrittig, dass es göttlich gerechtfertigte Vernichtungskriege geben kann. Diese damals verbreitete Vorstellung gab es zeitweise auch in Israel. Sie hat Eingang auch in die Bibel gefunden. Bei Texten wie diesen muss man sich klar machen: Die Bibel ist als Ganzes Gottes Wort. Aber das bezieht sich nicht auf jeden einzelnen Satz in der Bibel. Gotteswort offenbart sich im Menschenwort. Und Menschenworte sind nicht immer vollkommen. Manche Aussagen in der Bibel können nur aus der jeweiligen Zeit heraus erklärt werden. Die positive Entwicklung darf nicht übersehen werden: Obwohl man in Israel zeitweise göttlich begründete Vernichtungskriege für normal hielt, entwickelte sich in späterer Zeit in Israel die Vorstellung eines Völkerfriedens durch Gott. Sie findet ihren Ausdruck zum Beispiel in der friedlichen Wallfahrt aller Völker auf den Zion (Jesaja 2,1–5).
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Evangelium
Markus 2,18–22°
Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten?
Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten.
Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam weggenommen sein; dann werden sie fasten, an jenem Tag.
Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt vom alten Gewand ab und es entsteht ein noch größerer Riss. Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist verloren und die Schläuche sind unbrauchbar. Junger Wein gehört in neue Schläuche.Impuls
Fasten hat seit Jahrtausenden in fast allen Religionen einen hohen Stellenwert. Das gilt auch für die jüdisch-christliche Tradition. Vor allem im Zusammenhang mit Zeiten der Buße und der Trauer spielt das Fasten eine große Rolle. Bei der Praxis des Fastens konnte man unterschiedlicher Meinung sein. Das zeigen bereits die Propheten Israels. Sie kritisierten ein rein äußerliches Fasten. Auch Jesus hat seinen Jüngern das Fasten nicht verboten. Es war ihm nur wichtig, dass die Jünger dabei keine große Show abziehen (Matthäus 6,16–18). Insgesamt strahlt Jesus bei der Auseinandersetzung über das Fasten eine hohe Souveränität aus. Es gibt für ihn wichtigeres als die Frage von Fasten oder Nichtfasten. Es geht um den größeren Kontext und das ist für Jesus seine eigene Sendung. Mit den Bildern von alten Gewändern und alten Schläuchen macht er deutlich: Seit er gekommen ist und in der Welt wirkt, kann es nicht so weitergehen wie bisher. Auch das Fasten muss sich am Messias Jesus orientieren. Heute suchen viele Menschen nach zeitgemäßen Formen des Fastens. Sie fasten aus Gründen der Gesundheit oder um einen höheren Bewusstseinszustand zu erlangen. Fasten im christlichen Sinn aber richtet die Aufmerksamkeit immer auf Jesus, auf seine Worte und sein Handeln.
Gebet
Verborgener Gott, du bist unsere Hoffnung und unsere Zukunft. Lass nicht zu, dass wir unsere Zeit und unsere Kraft für Äußerlichkeiten vergeuden. Richte unseren Blick auf das Wesentliche. Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)
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HYMNUS
Du Schöpfer aller Dinge, sei uns nah,
du Herrlichkeit des väterlichen Lichts,
wenn deine Gnade ferne von uns ist,
fällt Furcht sogleich in unsre Herzen ein.
Gott sei mit uns in allem unserm Tun,
dass es erfüllt von seinem Geiste sei,
dem räuberischen Feind mit seinem Trug,
dem unheilvollen, öffne es sich nie.
Damit im ganzen Treiben dieser Welt,
in das hinausstößt uns des Lebens Lauf,
wir stets der Sünde und der Schuld entgehn,
nach deiner Weisung leben ganz allein.
Dir, Christus, sei, o König voller Huld,
und dir, dem ew’gen Vater, Herrlichkeit
und auch dem wesensgleichen Tröstergeist
für alle Zeit, in alle Ewigkeit. Amen.
Nach „Adesto rerum conditor“; vor dem 6. Jahrhundert -
PSALM 51
Verse 12–19
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz *
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht *
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!
Mach mich wieder froh mit deinem Heil, *
mit einem willigen Geist rüste mich aus!
Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege *
und die Sünder kehren um zu dir.
Befrei mich von Blutschuld, Herr, du Gott meines Heiles, *
dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit.
Herr, öffne mir die Lippen *
und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden.
Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; *
an Brandopfern hast du kein Gefallen.
Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, *
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz
wirst du, Gott, nicht verschmähen.
PSALM-GEBET: Gütiger Gott, reinige unsere Herzen, damit wir dich schauen und dir dienen dürfen. Gib uns deinen Geist, damit wir deine Gebote halten und aus dir leben. -
LESUNG
1 Samuel 15,22
Samuel aber sagte: Hat der Herr an Brandopfern und Schlachtopfern das gleiche Gefallen wie am Gehorsam gegenüber der Stimme des Herrn? Wahrhaftig, Gehorsam ist besser als Opfer, Hinhören besser als das Fett von Widdern.
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Magnifikat – Lobgesang Mariens
Antiphon:
Neuer Wein gehört in neue Schläuche.
Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.
Magnifikat
Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)
Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
und sein Name ist heilig.Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
über alle, die ihn fürchten.Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;er stürzt die Mächtigen vom Thron *
und erhöht die Niedrigen.Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
und lässt die Reichen leer ausgehn.Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
und denkt an sein Erbarmen,das er unsern Vätern verheißen hat, *
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Fürbitten
Herr Jesus Christus, Urheber allen Heiles, wir bitten dich in den Anliegen, die unsere Herzen bewegen:
V: Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns.
– Für die Christen, die in Verfolgungen ein gemeinsames Glaubenszeugnis geben.
– Für alle, die in der Kommunalpolitik für eine menschenfreundliche Umwelt sorgen.
– Für Frauen und Männer, die sich für das Tierwohl und eine intakte Schöpfung einsetzen.
– Für Menschen, die unheilbar krank in Hospizen auf den Tod zugehen. -
Vaterunser
Gott weiß um unsere Sorgen und Nöte. Wir dürfen mit unseren Bitten zu ihm kommen. So beten wir, wie uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott, segne uns, wenn wir verzweifelt sind
und nicht weiterwissen.
Segne uns, wenn wir trauern und niedergedrückt sind.
Bleibe bei uns und segne uns mit deiner heilenden Kraft.
Amen.