Heute in Te Deum


Donnerstag · 12. Februar 2026

Salomo aber hatte nicht gehalten,
was ihm der HERR geboten hatte.
1 Könige 11,10b

Friedrich Schleiermacher (1768–1834) ist einer der großen evangelischen Theologen und Philosophen im 18./19. Jahrhundert. Sein Denken war entscheidend von Platon geprägt. Schleiermachers Hauptarbeitsfeld war die Ethik, die er in mehreren Werken bearbeitete; sein zweibändiges Hauptwerk ist »Der christliche Glaube«. Für Schleiermacher ist Religion das Gefühl der »schlechthinnigen Abhängigkeit« des endlichen Selbst von Gott. Sünde definiert er als mangelnde Fähigkeit, zwischen dem Endlichen und dem Unendlichen zu unterscheiden.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)


  • Hymnus

    Er weckt mich alle Morgen;
    er weckt mir selbst das Ohr.
    Gott hält sich nicht verborgen,
    führt mir den Tag empor,
    dass ich mit seinem Worte
    begrüß das neue Licht.
    Schon an der Dämmerung Pforte
    ist er mir nah und spricht.

    Er spricht wie an dem Tage,
    da er die Welt erschuf.
    Da schweigen Angst und Klage;
    nichts gilt mehr als sein Ruf!
    Das Wort der ewigen Treue,
    die Gott uns Menschen schwört,
    erfahre ich aufs Neue,
    so wie ein Jünger hört.
    Jochen Klepper

  • PSALM 47

    Verse 2–10

    Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; *
    jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
    Denn Furcht gebietend ist der Herr, der Höchste, *
    ein großer König über die ganze Erde.
    Er unterwirft uns Völker *
    und zwingt Nationen unter unsre Füße.
    Er wählt unser Erbland für uns aus, *
    den Stolz Jakobs, den er liebt.
    Gott stieg empor unter Jubel, *
    der Herr beim Schall der Hörner.
    Singt unserm Gott, ja singt ihm! *
    Spielt unserm König, spielt ihm!
    Denn Gott ist König der ganzen Erde. *
    Spielt ihm ein Psalmenlied!
    Gott wurde König über alle Völker, *
    Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.
    Die Fürsten der Völker sind versammelt *
    als Volk des Gottes Abrahams.
    Denn Gott gehören die Mächte der Erde; *
    er ist hoch erhaben.
    PSALM-GEBET: Ewiger Gott, in der Himmelfahrt deines Sohnes hast du den Menschen zu deinem Thron erhöht. Stärke unsere Hoffnung, bei dir zu sein, und schenke uns deinen Heiligen Geist.

  • Lesung

    Markus 7,29ac

    Jesus antwortete der Syrophönizierin: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen. Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der Dämon es verlassen hatte.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Der Herr hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Benedictus öffnen...

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    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, du ermutigst uns, mit allem zu dir zu kommen. Wir bringen unser Leben zu dir und bitten dich:
    A: Herr, sei uns gnädig.
    – Stärke unseren oft schwachen Glauben an dich.
    – Hilf uns, dass wir nach Enttäuschungen nicht resignieren und müde werden.
    – Mach uns bereit, die Not um uns zu sehen und zu helfen.

  • Vaterunser

    Gott will uns das geben, was wir täglich brauchen. Wir dürfen voll Vertrauen zu ihm beten, wie es uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Hoffen heißt, an das Abenteuer der Liebe glauben, Vertrauen zu den Menschen haben, den Sprung ins Ungewisse tun und sich ganz Gott überlassen.

    Dom Helder Camara (1909–1999; brasilianischer Erzbischof, Befreiungstheologe und Gründer von Basisgemeinden)


Segen

Gott, segne uns mit der Fülle deiner Gaben.
Segne uns mit einem Glauben, der sich nicht entmutigen lässt.
Segne uns mit Beharrlichkeit, nach der Fülle des Lebens zu
streben. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, gib uns die Kraft, uns immer an dein Wort zu halten.


  • Lesung

    1 Könige 11,4–13°

    Als Sálomo älter wurde, machten seine Frauen sein Herz anderen Göttern geneigt, sodass sein Herz dem HERRN, seinem Gott, nicht mehr ungeteilt ergeben war wie das Herz seines Vaters David. Er verehrte Astárte, die Göttin der Sidónier, und Milkom, den Götzen der Ammoníter. Er tat, was böse war in den Augen des HERRN, und war ihm nicht so vollkommen ergeben wie sein Vater David. Damals baute Sálomo auf dem Berg östlich von Jerusalem eine Kulthöhe für Kemosch, den Götzen der Moabíter, und für Milkom, den Götzen der Ammoníter. Dasselbe tat er für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern Rauch- und Schlachtopfer darbrachten.
    Der HERR aber wurde zornig über Sálomo, weil sich sein Herz von ihm, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war und ihm verboten hatte, fremden Göttern zu dienen. Doch Sálomo hielt sich nicht an das, was der HERR von ihm verlangt hatte.
    Daher sprach der HERR zu ihm: Weil es so mit dir steht, weil du meinen Bund und meine Satzungen nicht bewahrt hast, die ich dir gegeben habe, werde ich dir das Königreich entreißen und es deinem Knecht geben.
    Nur deines Vaters David wegen werde ich es nicht schon zu deinen Lebzeiten tun; erst deinem Sohn werde ich es entreißen. Doch werde ich ihm das Königtum nicht ganz entreißen; einen Stamm lasse ich deinem Sohn wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, das ich erwählt habe.

    Impuls

    Jede Lebensphase hält für den Menschen ganz eigene Chancen und Gaben, aber auch Herausforderungen bereit. Die eine gut bewältigt zu haben, bewahrt einen nicht vor der nächsten. Jungen Menschen stellen sich andere Aufgaben als ältere. Da läuft nichts automatisch weiter, jeweils neu muss der Mensch seinen Schritt setzen, seine Entscheidung leben. Von Salomo, der als junger Mann Gott mit ungeteiltem Herzen zugetan war, lesen wir heute, dass er sich später auch andern Götter zugeneigt hatte und seinem Gott nicht mehr ungeteilt ergeben war.
    Nicht die Inkulturation anderer Völker war sein Fehler, sondern das seinem Gott nicht mehr ungeteilt ergebene Herz, mit dem er auch anderen Göttern diente. Aufrichtiger Respekt vor dem Anderen ist etwas anderes als die Verehrung seiner Götter. Salomo werden die Konsequenzen nicht erspart. Weder für das, was er als junger Mann getan hatte, noch für das, was er später tat.
    Die Götter von damals sind für uns heute nicht mehr relevant, aber wohl die Themen. Wir leben in einer Welt mit vielen verschiedenen Weltanschauungen. Die Frage an uns ist nicht, ob wir damit leben, sondern ob wir ihnen das Herz zuneigen und sie verehren, wie Salomo seiner Zeit es mit den Göttern seiner Frauen tat.

  • Evangelium

    Markus 7,24–30°

    In jener Zeit brach Jesus auf und zog in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben. Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen. Die Frau, von Geburt Syrophönízierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben.
    Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen.
    Sie erwiderte ihm: Herr! Aber auch die kleinen Hunde unter dem Tisch essen von den Brotkrumen der Kinder.
    Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen! Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der Dämon es verlassen hatte.

    Impuls

    Vieles, was Jesus getan oder gesagt hat, ist ein Beispiel für uns. »Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt« (Joh 13,15), lesen wir nach der Fußwaschung bei Johannes. Heute sehen wir, wie Jesus dazulernen musste und dazugelernt hat. Dazuzulernen gehört unverzichtbar zum Menschsein und Reifen für jeden und jede, sogar für den Menschen Jesus, der so einzigartig Gott verbunden war.
    Der heutige Abschnitt des Evangeliums ist für jeden und jede von uns eine wichtige Lehre, die wir auf unserem Weg immer dabeihaben sollten. Gott lehrt uns alle nach und nach. Der Text ist auch eine wichtige Ermutigung, dass wir an keinem Tag und in keiner Situation aufgeben, sondern gut hinhören und dazulernen.


Gebet

Gott, ich bitte dich heute für mich selbst und die Menschen, mit denen ich den Glauben an dich teile, lehre uns von Schritt zu Schritt in unserem Leben immer besser zu verstehen, was du uns sagst. Hilf mir heute im Konkreten nicht zu übersehen, worauf du mich hinweist und wo ich etwas dazulernen sollte, damit du in allem verherrlicht wirst. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)


  • HYMNUS

    O Gott, dein Wille schuf die Welt
    und ordnet der Gestirne Bahn,
    umgibt den Tag mit hellem Licht,
    gewährt zur Ruhe uns die Nacht.

    Als Dank für den vollbrachten Tag,
    den deine Güte uns geschenkt,
    nimm an des Wortes heil’gen Dienst,
    den Lobgesang zu deinem Ruhm.

    Dir schließt sich unsre Seele auf,
    voll Freude preist dich unser Mund,
    in Ehrfurcht dient dir unser Geist,
    in Liebe sucht dich unser Herz.

    Wenn uns die Sonne untergeht
    und Finsternis den Tag beschließt,
    kennt unser Glaube keine Nacht:
    Im Dunkel strahlt sein Licht uns auf.

    Den Sohn und Vater bitten wir
    und auch den Geist, der beide eint:
    Du starker Gott, Dreifaltigkeit,
    behüte, die auf dich vertraun. Amen.
    Nach »Deus creator omnium«; Ambrosius († 397), Stundenbuch

  • PSALM 77

    Verse 2–6.12

    Ich rufe zu Gott, ich schreie, *
    ich rufe zu Gott, bis er mich hört.
    Am Tag meiner Not suche ich den Herrn; /
    unablässig erhebe ich nachts meine Hände, *
    meine Seele lässt sich nicht trösten.
    Denke ich an Gott, muss ich seufzen; *
    sinne ich nach, dann will mein Geist verzagen.
    Du lässt mich nicht mehr schlafen; *
    ich bin voll Unruhe und kann nicht reden.
    Ich sinne nach über die Tage von einst, *
    ich will denken an längst vergangene Jahre.
    Ich denke an die Taten des Herrn, *
    ich will denken an deine früheren Wunder.
    PSALM-GEBET: Treuer Gott, du hörst unsere Bitten und wendest dich uns zu, erneuere an uns deine Wunder und komm uns zu Hilfe.

  • LESUNG

    1 Könige 11,9–10a

    Der Herr wurde zornig über Salomo, weil sich sein Herz von ihm, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war und ihm verboten hatte, fremden Göttern zu dienen.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Der Herr zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.

    Magnifikat öffnen...

    Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Jesus, in dir begegnen wir dem Vater. Hilf uns, aus seiner Liebe zu leben. So bitten wir dich:
    V: Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns.
    – Für alle Frauen, die mit ihren Gaben im kirchlichen Dienst den Glauben verkünden.
    – Für die vielen Flüchtlinge, die auf die Rückkehr in ihre Heimat hoffen und warten.
    – Für die Eheleute und Familien, die Wege für ein gutes Miteinander suchen.
    – Für alle, die sich einsam fühlen und sich nach einem Menschen sehnen.

  • Vaterunser

    Gott hält zu uns in all unseren Schwächen und Zweifeln. Wir bekennen uns zu ihm und beten mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns mit deiner Treue, auch wenn wir untreu werden.
Denke an deine Verheißungen, auch wenn wir uns abwenden.
Führe uns zu dir zurück, damit sich dein Wille erfülle. Amen.